Frieda (Friederike)
W E Y E R

* 21.09.1888
05.10.1888
† 29.04.1934

Taufpathen
Katharina Weyer
Friederike Breitenbach

Lehrerin in Gosenbach 1911 – 1916. / in Weidenau
an d. Volksschule 1916 – 1922. an der Hilfsschule
von 1922 – 1933.

In memoriam ihrer Schwestern:

a) Katharina Weyer * 04.05.1881 † 19.04.1887 (a. d. Bräune = Diphterie)
b) Maria Weyer * 12.2.1883 † 30.9.1899 (an Lungenschwindsucht)
c) Friederike Weyer * 26.09.1886 † 06.04.1887 (a. d. Bräune = Diphterie)

Testament
von

Frieda (Friederike) Weyer

Abschrift.

Geschäftsnummer: 2 IV.81/34.

2 M. Stempel als Gerichtsgebühr berechnet.
Siegen, d. 23.5.34. gz. Wartemann.

Mein Testament.

Weil ich mich im vergangenen Winter oft recht elend fühlte, hat es mich manchmal beschäftigt, meine Erbangelegenheit zu regeln, um den Erben meines Nachlasses möglichst alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

Ich war am 1. April d. J. 21 Jahre im Dienst, den ich mit Gottes Hilfe bis jetzt ununterbrochen froh und gern habe tun können. Ich hoffe und flehe zu Gott, dass meine Arbeit an den geistig Armen und Schwachen nicht vergeblich gewesen ist.

An äußeren Erfolgen hat Gott es in meinem Leben nicht fehlen lassen. Wenn ich (be)denke, unter welch schwierigen Verhältnissen, vom Dienstmädchen heraus bis zu meiner jetzigen Tätigkeit und Stellung er mich wunderbar geführt hat, dann muss ich demütig bekennen: "Lobe den Herrn, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet."

Ich habe mich allezeit bemüht, mein Leben in Gedanken, Worten und Werken vor seinem heiligen Angesicht und in seiner Gegenwart zu leben, und ich habe mich nie vor Menschen gefürchtet. Er hat mich nicht zu Schaden werden lassen, und ich möchte es meinen Erben an dieser Stelle noch einmal sagen: "Gott der Herr ist Sonne und Schild. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. Der Herr gibt Gnade und Ehre."

Von meinem Nachlass sollen erhalten:

  1. Walter Weyer in Wassermungenau: meinen Bücherschrank (den Inhalt jedoch nicht), den Schreibtisch, den runden Tisch, die drei Hellerau-Stühle und meine Lutherbibel, die ein Geschenk seines Vaters an mich aus dem Jahre 1906 ist.
     

  2. Heinrich Weyer, Sprottau: das Klavier, das Bett, in dem die Großmutter früher schlief (mit Bettzeug), den Klavierstuhl und das Nachtschränkchen.
     

  3. Wilhelm Weyer, Sprottau: den von ihm angefertigten Blumenständer, das Oellicht, die alte Kassette, den lnhalt des Bücherschrankes, die unten erwähnten Bücher ausgommen.
     

  4. Maria Weyer, Sprottau: das Spieltischchen, Vertikow und das braune Sofa.
     

  5. Martha Pöhlmann, Wassermungenau: die Tischdecke, Tischdecken, Handarbeiten (Decken, Kissen, Kaffeewärmer), Wohnzimmerlampe.
     

  6. Wilhelm Pöhlmann, Wassermungenau: den blauen Teppich, meine Aktenmappe, den Ev. Psalter.
     

  7. Martha Braas, Dreis-Tiefenbach: alle Gardinen, die Garderobe, den Spiegel, den kleinen Teppich.
     

  8. Wilhelm Braas, Dreis-Tiefenbach: den grünen Ofen mit Kohlenkasten und eine Wanduhr.
     

  9. Frieda Braas, Dreis-Tiefenbach: das Schlafzimmer mit den 2 Betten, Waschtisch, Waschgeschirre, Kleiderschrank, Großmutters Kommode.
     

  10. Gretchen Braas, Dreis-Tiefenbach: die Küchenmöbel (Schränke mit Inhalt, den Herd).
     

  11. Marie Braas, Dreis-Tiefenbach: das große Sofa, den polierten Spiegel, den Esstisch, 6 Stühle.
     

  12. Siegfried Braas, Dreis-Tiefenbach: die Badeeinrichtung, Wanduhr und Leuchter.
     

  13. Martha Dieck, Gelsenkirchen: die versilberten Essbestecke.
     

  14. Gretel Breitenbach, Dreis-Tiefenbach: die Sammeltaschen und die 6 silbernen Kaffeelöffel
     

  15. Christa Pöhlmann, Wassermungenau: 6 Überschlagslaken.
     

  16. Minna Hirz, Gosenbach: das kleine Schränkchen für Putzzeug, das Buch: Vater Schneller, 2 wollene neue Bettücher.

     

  17. Lydia und Auguste Utsch, Gosenbach: den Mangelkorb, Storm-Novellen, Mathilde Vrede, Matthias Claudius, alle Rudolf-Schäfer-Bücher.
     

  18. Klara Heinbach, Dreis-Tiefenbach: den weißen Schrank, die Waschmaschine, 2 Bilder: Frühlingsreigen, Kind mit den Kirschen
     

  19. Elisabeth Gautsch, Wellerrode: den Wandspruch "Komm Gottes Friede, Gottes Mut", die Tischdecke mit den blauen Rosen.
     

  20. Lina Heider, Essen: Mein Füllfederhalter, 2 Nachthemden.
     

  21. Frau Eliseit, Weidenau: Meine Blumen.

Alle nicht erwähnten Gegenstände, sowie die Leib-, Bett- und Küchenwäsche sollen die Haupterben Martha Braas in Dreis-Tiefenbach, Wilhelm Weyer in Sprottau und Walter Weyer in Wassermungenau unter sich verlosen. Ebenso sollen sie das bei meinem Tode noch vorhandene Bargeld nach Abzug der Beerdigungskosten und Krankheitskosten gleichmäßig teilen.

Weidenau, den 5. Mai 1932. gez. Frieda Weyer.

Da Minna Hirz sich inzwischen einen feinen Wohnzimmerofen gekauft hat, möchte ich mein Vermächtnis zurücknehmen. Den Ofen soll Frieda Braas für ihr Schlafzimmer haben.

Auch das Vermächtnis für Frau Eliseit nehme ich zurück, d.h. die Gartenmöbel, weil ich sie Wilhelm in Sprottau anbot, der einen schönen Balkon hat, aber kein Geld, sich jetzt schon die Möbel dafür zu kaufen.

Diese Veränderungen habe ich am Sonntag, dem 11. Februar 1934 nachge tragen. Während meiner langen Krankheit haben mir die Dreisbacher Kinder sehr viel getan. Beim Verteilen des Nachlasses soll ihrer besonders gedacht werden.

Weidenau, 11. Februar 1934. gez. Frieda Weyer.


Abschrift.

Testament.

Ich setze meine Schwester, die Ehefrau Wilhelm Braas, Martha, geb. Weyer in Dreis-Tiefenbach zu meinem Alleinerben ein. Von meinen beweglichen Sachen soll sie die Gegenstände, die in meinem privatschriftlichen Testamente, das sich in meinem Schreibtische in meiner Wohnung befindet, einzeln aufgeführt sind, an die dort ebenfalls benannten Personen als Vermächtnisse herausgeben.

Wenn meine Schwester Martha vor meinen übrigen Erben bevorzugt wird, so geschieht es aus dem Grunde, weil ihre beiden ältesten Töchter (Frieda und Marie) mich während meiner Krankheit mit besonderer Treue gepflegt haben. Zum Testamentsvollstrecker bestimme ich meinen Bruder, den Studienrat Dr. Weyer in Sprottau in Schlesien.

Siegen, den 17. April 1934.
gez. Frieda Weyer, Hilfsschullehrerin.


hinten v.l.: Heinrich, Friederike, Adam, Wilhelm, Wilhelm Braas
vorne v.l.: Fri(e)da, Großmutter Karoline Weyer, Martha Braas mit Siegfried

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