Willi
W E Y E R

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Politischer Kopf mit Herz für den Sport:
Willi Weyer 70

Er hat ein Herz für den Sport, nutzt den Verstand für die Politik und liebt seine Familie. Willi Weyer, 1956 mit Scheel und Döring als Jungtürke bekannt geworden, wird heute 70. Gesundheitlich ist er wieder auf dem Damm. Der runde Geburtstag kann gefeiert werden.

Das Haus seiner Eltern steht in Hagen. Das seine auch. Dieser Stadt ist er treu geblieben; so treu wie sich selbst. Ein handfester Westfale, sagen seine Freunde. Berechenbar, aber auch durchsetzungsfähig.

In jenen Jahren, als Karl Arnold gehen mußte und Fritz Steinhoff Ministerpräsident wurde, als die erste sozial-liberale Koalition Gestalt annahm, hat er ein interessantes Kapitel der Nachkriegsgeschichte prägen helfen.

Es mag zutreffen, daß sein persönliches Verhältnis zu Fritz Steinhoff, dessen Vize er als stellvertretender Oberbürgermeister in Hagen gewesen war, bei dem sensationellen Schachzug in Düsseldorf eine Rolle gespielt hat. Bei aller Nüchternheit gegenüber der politischen Lage hat ihn der Umgang mit Menschen doch immer beeindruckt.

Ein ordentlicher Kerl mußte der Partner schon sein. So war es bei Fritz Steinhoff, später bei Franz Meyers und danach auf dem langen Weg mit seinem Duzfreund Heinz Kühn. Und wenn man erst einmal durch dick und dünn mit ihm gegangen war, dann ließ „Big Willi" es auch schon mal zu, sich hinter ihm zu verstecken.

Den letzten Abschnitt seines Wirkens hatte er dem Sport widmen wollen. Im zweiten Anlauf wurde er Präsident des DSB.

Ein Amt für den Ruhestand konnte es nicht werden. Lange Zeit hatte ersieh vehement gegen den Einbruch der Politik in den internationalen Sport gewehrt.

Wie man weiß, vergeblich. Und ebenso vergeblich war auch der Kampf gegen die Okkupation durch die werbetreibende Industrie. Politik und Wirtschaft haben den Versuchungen nicht widerstehen können.

Daß Willi Weyer sich über Jahre zur Wehr setzte, spricht für ihn. Er hat sein Amt so anständig wie möglich durch denkbarschwierige Zeiten geführt. In Anerkennung vieler Verdienste wurde ihm vor Jahren in Köln der Doktorhut aufgesetzt. Ein Politiker des Sports und ein Sportsmann in der Politik. Das hat ihm zu Recht großes Ansehen eingebracht. G. H.

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(c) www.weyeriana.de · Letzte Änderung: 08. Januar 2014