Johann
W E Y E R

Buch

Rudolf Thiel

MÄNNER
GEGEN
TOD
UND
TEUFEL

PAUL NEFF VERLAG
BERLIN, 1943

siehe auch:

Kap. 3, S. 71–86

Vom Teufel, von Dämonen, Hexen und Behexten

Er hat sonderbare Dinge miterlebt, der Doktor Johann Weyer aus dem sechzehnten Jahrhundert.

"Kommt rasch zu meiner Schwester, Herr! Der Teufel hat sie wieder!" Unterwegs erzählt der Junge, dass es damals mit ihr anfing, als sie einen Leibschmerz angehext bekam und geweihtes Wasser trinken musste. Weyer kommt gerade recht: das Mädel liegt in Krämpfen. Es verdreht die Augen, ballt die Fäuste, beißt in einen Lappen, der zum größten Teil in ihrem Mund steckt.

Die Mutter steht davor und hört nicht auf, sie zu bekreuzigen.

"Nur mit dem heiligen Segen könnt Ihr sie wieder zu sich bringen!" flüstert man dem Doktor zu. Aber der hat noch viel mehr Gottvertrauen als die andern Leute, greift ohne Segen herzhaft zu und zieht das Tuch aus dem verkrampften Mund. Das Mädel würgt, als oh das Zeug aus ihrem Magen käme.

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(c) www.weyeriana.de · Letzte Änderung: 12. Juni 2010